Rankpflanzen: Die Hauswand begrünen, Zäune beranken und Sichtschutz schaffen

Rankpflanzen sind eine hervorragende Möglichkeit Zäune und Hauswände zu begrünen. Wenn Sie kein Freund von „Nackten“ Fassaden sind und etwas Farbe in Ihren Garten bringen wollen, sind kletternde und rankenden Blüh-Pflanzen eine gute Idee. Auch als Sichtschutz eignen sich viele dieser Pflanzen ideal. Ob Sie vorhaben eine Hauswand zu begrünen, einen Zaun, eine Pergola, oder einen Rosenbogen beranken zu lassen – diese Pflanzen eignen sich für die meisten Begrünungs-Projekte. In diesem Blog-Artikel haben wir einige Rankpflanzen, Kletterpflanzen sowie hochwachsende Pflanzen zusammengestellt um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

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Warum sollten Sie Ihre Fassaden, Zäune und Carports begrünen?

Für ein besseres Klima! Fassadenbegrünungen schützen die Hauswand vor zu großer Sonneneinstrahlung, wirken sozusagen als weitere Dämmung und senken so die Kühlkosten im Sommer und produzieren eine Menge Sauerstoff. Auch das Mikro-Klima in Ihrem Garten und Ihrer Nachbarschaft wird verbessert. In gut-begrünten Nachbarschaften lebt es sich besser! Luftschadstoffe und Feinstaub von nahen Straßen werden von den Pflanzen aufgenommen und gebunden, außerdem bieten Sie Tieren wie Insekten und Vögeln einen Unterschlupf und Nahrung. Da kann kein Insektenhotel mithalten!

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Bunt und wuchsfreudig: Kletterpflanzen als Garten-Deko, zum Carport begrünen und mehr

1. Clematis

Die Clematis, auch Waldrebe genannt, gibt es inzwischen in den verschiedensten Züchtungen. Eine unglaubliche Vielfalt an verschiedenen Blütenfarben und Blütenformen erwartet Sie: Blüten in dunklem Lila, weiß-Rosa gestreift, entschlossenes Magenta, zurückhaltendes weiß, vornehmes Rosa, feuriges Rot, kräftiges Blau, Glockenförmig gefüllt blühend, ungefüllt blühend. Je nach Clematis Art erreicht Sie eine Wuchshöhe von bis zu 12 Metern, üblich sind meist 2-6 Meter. Die Clematis steht am liebsten in der Sonne oder Halbschatten, sie profitiert von Unterpflanzungen, oder zumindest einem „Schattigen Fuß“, da sie, wie der Name Waldrebe vermuten lässt, eigentlich in Wäldern und Waldrändern anzutreffen ist. Staunässe verträgt sie schlecht, mischen Sie am besten etwas Kies in den Boden. Die meisten Sorten sind mehrjährig, aber nicht alle sind winterhart.

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2. Raschwüchsig: Kapuzinerkresse

Die bunte Kapuzinerkresse eignet sich besonders zum Begrünen von Zäunen, herunterhängend aus Balkonkästen. Es gibt stark- und schwach-rankende Varianten. Die Blüten gibt es in Orange, Gelb und Rot, lila Blüten sind selten „Purple Emperor“ ist eine violett blühende Sorte. Auch beim Blattwerk gibt es Unterschiede: Inzwischen gibt es auch panaschierte Varianten. Auf den großen Blättern können Sie nach den Regen den Lotuseffekt beobachten. Kapuzinerkresse müssen Sie jedes Jahr aufs Neue aussäen, aber es ist im Herbst ganz einfach möglich die Samen für das nächste Jahr zu sammeln. Kapuzinerkresse ist in der Regel auch essbar, aber Geschmackssache. Die bunten Blüten verschönern den Salat und die unreifen Samen lassen sich als Kapern-Ersatz einlegen.

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3. Aus dem Dschungel: Morning Glory – Prunkwinde

Die Prunkwinde ist verwand mit der vielen Gärtnern so verhassten weißen Trichterwinde, aber hat enormen Zierwert und ist weitaus weniger invasiv! Prunkwinden gibt es in atemberaubend schönen Tönen: Von Weiß, über Violett, strahlendes Himmelblau oder die phantastische dunkelrote Züchtung Scarlett O’Hara verschönern im Nu Zaun und Pergola, aber leider nur für eine Saison. Die gute Nachricht: Wie auch bei der Kapuzinerkresse können Sie im Herbst einfach die Samen ernten und im nächsten Jahr wieder ausbringen. Ab Mai können Sie vorgezogene Prunkwinden-Pflanzen nach draußen setzen, oder direkt neue Samenkörner in der Erde versenken. Mit Spalieren an der Hauswand können Sie Ihre Fassade im Frühling bis Herbst mit dieser schönen Kletterpflanze verschönern.

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4. Exotisch: Afrikanische Kletterlilie

Die Afrikanische Kletterlilie klettert Rank-Gerüste gut 2 Meter hoch. Trotz der afrikanischen Herkunft mag es diese Schönheit lieber etwas kälter, also steht sie im Halbschatten besser als in der Vollen Sonne, eine Ost- oder Westwand würde ihr bessere Bedingungen bieten als eine heiße Südwand oder die dunkle Nordwand. Pflanzen Sie die Kletterlilie unbedingt in einem Pflanzgefäß wie einem Kübel, sie ist nämlich nicht winterhart und sollte in der kalten Jahreszeit einen frostfreien Platz im Haus bekommen.

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5. Unverwüstlich: Geißblatt

Das Geißblatt, auch Heckenkirsche oder „Jelängerjelieber“ genannt, ist zu Recht eine beliebte Gartenpflanze: Nahezu unverwüstlich, winterhart, bescheiden und dabei wirklich hübsch! Diese auch bei Insekten beliebte Kletterpflanze eignet sich für viele Standorte, kann direkt in den Boden gepflanzt werden, gedeiht aber auch im Kübel gut und wird auch dem völlig unerfahrenen Gärtner Freude über viele Jahre bescheren. Die Blüten des Geißblatts zeigen sich in allen möglichen Farben, der Kontrast zu den matten, blaugrünen Blättern ist fabelhaft! Auch der Duft ist wundervoll. Wer auf einen insektenfreundlichen Garten setzen möchte, dem sei das hübsche Geißblatt wärmstens empfohlen.

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6. Express Begrünung: Knöterich

Eine Warnung von vorneherein: Knöterich wächst wie blöd. Sie sollten schon Zeit für regelmäßige Schnitte mitbringen, wenn Sie diese äußerst wuchsfreudige Pflanze in Ihrem Garten ein Zuhause bieten möchten. Wenn Sie eine sehr schnelle Begrünung von Hauswänden, Mauern, Carports, oder Zäunen wünschen, sind sie beim Knöterich an der richtigen Adresse. Knöterich wächst am besten Solitär, da er die meisten anderen Rankpflanzen sofort verdrängen würde. Mit Knöterich lassen sich im Garten ganz hervorragend kleine Hütten für Kinder erstellen: Sie brauchen nur das richtige Rankgerüst. Informieren Sie sich am besten tiefergehend über die Vor- und Nachteile von Knöterich bevor Sie Ihn pflanzen.

8. Akebie

Blaue Gurken? Was für ein wunderliches Gewächs! Die Akebie wird auch Klettergurke genannt. Die Akebie zeichnet sich durch schöne violette Blüten, tolles Laub und wunderliche Früchte aus. Dieses Gewächs kommt ursprünglich aus Japan und China und wird etwa 4-6 Meter hoch. Schon ab April zeigen sich Blüten. Die Früchte der Akebie lassen sich im September oder Oktober ernten. Erfolgversprechend ist die Ernte aber nur in Weinbaugebieten oder nach sehr heißen Sommern.

Weitere tolle blühende Rankpflanzen sind zum Beispiel Glockenrebe, Blauregen und Goldregen.

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9. Wein und Wilder Wein

Wilder Wein und Wein sehen das ganze Jahr aus über toll aus. Im Winter sind es die nackten, urig wirkenden hölzernen Teiler der Weinrebe, im Frühling zeigt sich Grün, im Sommer kommen zwischen das inzwischen kräftige Grün gelbe Blüten und im Herbst zeigt sich ein prachtvolles Farbspiel sondergleichen und je nach Art auch leckere Trauben! Sowohl der wilde Wein als auch die essbare Variante sind winterhart. Wein können Sie gleich mehrfach nutzen: Die Weintrauben sind essbar und können zu Wein, Traubensaft und Gele verarbeitet werden, die Weinblätter lassen sich auf griechische oder türkische Art zu gefüllten Weinblättern verarbeiten. Das Laub und die Zweige haben auch großen Wert für Basteleien aller Art wie zum Beispiel Türkränze oder Tischschmuck.

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10. Efeu

Efeu ist ein Klassiker der Fassadenbegrünung. Altehrwürdige Mauern, eine mysteriöse Aura. Gerade an der Nordseite von Gebäuden, an nördlich ausgerichteten Mauern gedeiht diese ausdauernde Pflanze. Als immergrünes Gewächs erfreut der Efeu das ganze Jahr über. Allerdings ist Efeu ein Commitment: Wenn Sie Efeu entfernen, muss häufig auch der Putz erneuert werden, da sich die Pflanze im Putz verankert, dies ist aber ein kleiner Preis für die Schönheit dieser Pflanze: Sie spendet Schatten, wirkt als zusätzliche Isolierung, bietet Tieren einen Unterschlupf und sieht einfach toll aus! Neben dem klassischen dunkelgrünen Efeu gibt es inzwischen auch weiß-grünen, sogenannten panaschierten Efeu.

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Bonus: Essbare Rankpflanzen

Auch unter den Kletterpflanzen gibt es einige Essbare Varianten. An der sonnigen Hauswand, an der Pergola, oder am Zaun. Folgend haben wir ein paar Exemplare ausgewählt

Kiwi

Die aus Neuseeland stammende Kiwi ist auch eine Kletterpflanze. Damit Sie Kiwis ernten können, brauchen sie meist mindesten zwei Sorten, eine dient dabei als Befruchter-Sorte. Inzwischen gibt es aber auch selbstbefruchtende Sorten. Kiwis stehen gerne sonnig. Winterharte Sorten können das ganze Jahr über im Freien stehen.

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Gurke, Kürbis, Melonen und Luffa

Gurken, Melonen und Luffa gehören alle zur Familie der Kürbisgewächse. Die meisten dieser Pflanzen wachsen rankend. Ein Vorteil beim ziehen dieser Gemüsepflanzen in Vertikaler Form ist die geringere Wahrscheinlichkeit des Schimmelns und auch Nacktschnecken sind weiter oben eine kleinere Gefahr als direkt auf dem Boden. Alle Pflanzen dieser Familie benötigen genügend Feuchtigkeit und müssen als sogenannte Starkzehrer ausreichend gedüngt werden, dafür eignet sich zum Beispiel auch pelletierter Pferdemist. Die Vielfalt an verschiedenen Gurken und Kürbissen ist groß. Besonders imposant sind Vogelhauskalebassen, die Luffagurke (für Wellnessfreunde) und die lustige kleine Mäusegurke. Für Gurken gibt es inzwischen viele Freilandsorten, die auch in Norddeutschland gut ohne ein Gewächshaus tragen, Beispiele dafür sind Swing F1, Spacemaster und Lily F1.

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Prunkbohnen und Kletterbohnen

Feuerbohnen, Kidneybohnen, grüne Bohnen: Alle eignen sich als Begrünung, schnellen Sichtschutz und gesunde Nahrungsquelle. Prunkbohnen wie die Sorte „Lady Di“ sind eigentlich auch nur Feuerbohnen, die Sie zum Beispiel zu leckeren Chilis verarbeiten können. Beliebt ist auch die Stangenbohne „Blauhilde“, die fadenlose Bohne hat Violett-Bläuliche Bohnenhülsen. „Neckargold“ ist eine weitere beliebte Sorte mit gelben Hülsen. Toll für Kinder ab Mai: Ein Bohnen-Tipi im Garten: Stecken Sie Bambus-Stöcker in Form eines Tipis in den Boden und binden es oben zusammen, rundherum um das Tipi säen Sie verschiedene Stangenbohnen. Schon Ende Juli sollte das Tipi gut bewachsen sein und zum Spielen einladen!

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Spalierobst

Die meisten Obstsorten wie Apfel, Birne, Pflaume und Kirsche lassen sich auch als Spalierobst ziehen. An der warmen Süd-Hauswand reifen die Früchte auch oftmals etwas früher aus als auf der grünen Wiese. In Baumschulen finden Sie bereits „vortrainierte“ Obstbäume, denn einen herkömmlichen Baum in Eigenregie zum Spalierobst zu machen ist gar nicht mal so leicht! Die tolle Nebeneffekte von Spalierobst liegen auf der Hand: Leckeres Obst und schöne Blüten für Hummeln und Bienen!

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Bonus: Hoch hinaus – Hoch wachsende Blühpflanzen als Sichtschutz und Zierde

Fernab von kletternden Gesellen bieten sich auch noch hohe Blühpflanzen zur Verschönerung von Mauern und Fassaden an, die auch einen guten Schutz vor neugierigen Blicken bieten können.

Stockrose

Sie kennen die Stockrose, die eigentlich ein Malvengewächs und keine Rose ist, sicherlich aus dem Urlaub in skandinavischen Ländern wie Dänemark. Dort säumt diese hübsche Pflanze ganze Straßenzüge. Die Stockrose steht gerne sonnig und ist auch mit wenig Nährstoffen zufrieden. Sie blüht erst im Zweiten Jahr, aber dann jedes Jahr aufs Neue. Schneiden Sie nach dem Frost einfach nur die alten Triebe ab, im Frühling treibt die Pflanze wieder aus. Stockrosen gibt es in vielen Farben: Gelb, Rosa, Pink, Rot und sogar ein dunkles, fast Violettes schwarz ist dabei. Offene Blüten  ermöglichen es Hummeln und Bienen sich zu ernähren. Nach der Blüte können Sie die Samen der Stockrose sammeln um sie zu verschenken oder weitere Stockrosen zu ziehen.

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Topinambur

Topinambur könnte Ihnen schon einmal im Biomarkt unter die Augen gekommen sein, allerdings vermutlich als Knolle, denn diese ist Essbar. Topinambur ist stark wüchsig und begeistert mit seinen schönen gelben Blüten. Ist Topinambur einmal in Ihrem Garten angekommen, können sie sich auf ihn verlassen – so schnell werden Sie nämlich ihn nicht wieder los! Topinambur bildet wie schon erwähnt essbare Knollen, die wie Kartoffeln verarbeitet werden können. Solange sich diese Knollen in der Erde befinden, blüht in Ihrem Garten jedes Jahr wieder der Topinambur. Die Pflanze wird gut einen Meter hoch und ist so auch als Halbhoher Sichtschutz im Garten geeignet.

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Sonnenblume

Was kann man über Sonnenblumen sagen? Sie sind großartig! Pflegeleicht, ansehnlich, Imposant, Insekten-freundlich, eine Quelle für Vogelfutter und geröstet ein leckerer Snack, sie haben einen tollen Duft, sind eine attraktive Schnittblume. Ab Ende April können Sie Sonnenblumen aussäen, ab Juli blühen diese tollen Pflanzen. Dicht genug gepflanzt und gut gedüngt geben sie einen tollen Sichtschutz ab. Solitär oder mit anderen Blumen gepaart (oder auch berankt mit Prunkbohnen) verschönern Sie jeden langweiligen Stahlmattenzaun. Es gibt wenig Argumente, die gegen Sonnenblumen sprechen – Sonnenblumen passen immer.

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